Lebenswerte Quartiere
Als landeseigenes Wohnungsbauunternehmen schafft die GESOBAU nicht nur sozial verträglichen Wohnraum, sondern gestaltet auch lebenswerte Quartiere, in denen sich Mieter*innen zu Hause fühlen können. Im Sinne des nachhaltigen Bauens und Bewirtschaftens von Wohnraum versteht die GESOBAU Quartiersentwicklung als ihre unternehmerische Verantwortung. So entstehen Orte, in denen Nachhaltigkeit, soziale Teilhabe und Lebensqualität eng miteinander verbunden sind.
Lebendige Nachbarschaften sollen gefördert und partnerschaftliche Strukturen langfristig gestärkt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei – ob im Bestand oder im Neubau – ein naturnahes und klimafreundliches Grünflächenmanagement, eine attraktive Wohnumfeldgestaltung, der Ausbau sozialer Infrastruktur, nachhaltige Energie- und Mobilitätskonzepte sowie vielfältige Angebote für Gemeinschaft und Begegnung zwischen Generationen und Kulturen. Wie diese Bausteine wirken, zeigt sich besonders in der Großsiedlung Märkisches Viertel und im größten Neubaugebiet Quartier Stadtgut Hellersdorf.
Nachhaltige Mobilität für moderne Quartiersentwicklung
Nachhaltige Mobilität ist für die GESOBAU ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Quartiersplanung, da ein Großteil – etwa 80 Prozent – der täglichen Wege direkt an der Wohnungstür beginnt und somit stark vom Wohnumfeld geprägt wird.
Um klimafreundliche Fortbewegung zu fördern, auch durch eine bessere Anbindung an den ÖPNV, und gleichzeitig soziale Teilhabe zu sichern, entwickelt die GESOBAU strategische Ansätze: Diese sind in der Mobilitätsstrategie 2023 und dem Konzept zum Ausbau der E-Ladeinfrastruktur gebündelt. In Neubaugebieten wie dem Quartier Stadtgut Hellersdorf entstehen so zunehmend autoarme Wohnumfelder mit Carsharing-Angeboten, fußgängerfreundlichen Wegen und Ladepunkten für Elektromobilität. Paketboxen in den Quartieren – deren Anzahl 2025 auf 30 Stück ausgebaut wurde – reduzieren zudem Transportwege und erhöhen so die Effizienz in der Versorgung der Mieter*innen (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2024/2025, S. 86 ff.).
Bedarfsgerechtes Wohnen für vielfältige Zielgruppen
Die GESOBAU gestaltet Wohnangebote, die gezielt für unterschiedliche Lebenslagen ausgerichtet sind und soziale Durchmischung und Teilhabe in den Quartieren fördern. So entstehen beispielsweise für Senior*innen barrierefreie oder -arme Wohnungen mit hochwertigen Ausstattungen und Gemeinschaftsräumen. Ergänzt wird dies durch das Angebot von „Servicewohnen“ ab 65 Jahren. Hier erhalten ältere oder mobilitätseingeschränkte Mieter*innen auf Wunsch Unterstützung. Zu den Standorten mit Seniorenhäusern gehören unter anderem Bestände im Bezirk Pankow (Beate-Hahn-Str. / Marianne-Foerster-Str.), im Märkischen Viertel und im Quartier Stadtgut Hellersdorf.
Für junge Menschen, insbesondere Auszubildende und Studierende, entwickelt die GESOBAU Wohnprojekte mit bezahlbaren Mieten, Gemeinschaftsbereichen und moderner Infrastruktur. Dazu gehört unter anderem der GESOcampus in Hellersdorf. In der Hellersdorfer Straße / Cecilienstraße in Hellersdorf entwickelt die GESOBAU im Wohnareal Cecilien-Carré zudem 128 bezahlbare Mietwohnungen, darunter 90 geförderte Einheiten ab 7,00 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter. Weitere 144 Mietwohnungen ergänzten durch einen Ankauf zum Jahresende 2025 das Wohnquartier.
Servicewohnen in Kooperation mit SOPHIA Berlin
Mit dem Servicewohnen bietet die GESOBAU Senior*innen ab 65 Jahren barrierefreie Wohnungen mit ergänzenden Unterstützungsangeboten, die ein selbstbestimmtes und sicheres Wohnen im Alter ermöglichen. In Kooperation mit SOPHIA Berlin stellt die GESOBAU bei Bedarf eine umfassende soziale Beratung sowie alltagsnahe Services bereit, etwa Hilfe bei Arzt- oder Pflegeangelegenheiten, Concierge-Services und die Betreuung durch Sozialdienste, und schafft durch Gemeinschaftsräume und Veranstaltungsangebote zusätzliche Möglichkeiten für Teilhabe.


Attraktives Wohnen für junge Menschen
Für Auszubildende und Studierende entwickelt die GESOBAU – gefördert über das Programm Junges Wohnen – bezahlbare, gemeinschaftsorientierte Wohnangebote, die funktionale 1-Zimmer-Wohnungen und Wohngemeinschaften mit Community-Bereichen verbinden. Im Quartier Alt-Wittenau entstehen bis 2026 insgesamt 105 Wohnungen mit 242 Wohnplätzen, ergänzt durch Gemeinschaftsräume sowie Nahversorgungsangebote (Lebensmittel, Drogerie etc.) im Erdgeschoss. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt in der Sterkrader Straße in Tegel, wo bis 2027 rund 173 Wohnungen beziehungsweise 234 Wohnplätze mit moderner Infrastruktur für Auszubildende und Studierende realisiert werden. Beide Projekte bieten sozial verträgliche Mieten mit einer Bruttokaltmiete von 380 Euro (inkl. Strom- und Internetpauschale bis zu 60 Euro) pro Wohnplatz.

Gerade junge Menschen, die in Berlin studieren oder eine Ausbildung absolvieren, haben es auf der Suche nach bezahlbarem, attraktivem Wohnraum schwer. Das Angebot, das aktuell im Quartier Alt-Wittenau entsteht, ist daher umso wichtiger.“
Bedarfsgerechtes Wohnen für vielfältige Zielgruppen
Schlaglicht: Quartier Stadtgut Hellersdorf
Das Quartier Stadtgut Hellersdorf zeigt exemplarisch, wie die GESOBAU die zentralen Konzepte einer nachhaltigen Quartiersentwicklung verbindet und als Leuchtturmprojekt realisiert. Das Quartier vereint bezahlbaren Wohnraum für vielfältige Zielgruppen, darunter barrierefreie und serviceorientierte Angebote für Senior*innen sowie den GESOcampus für junges Wohnen, und schafft damit sozial durchmischte Strukturen. Darüber hinaus setzt die GESOBAU im Quartier ein konsequent autoarmes Mobilitätskonzept um, das den ruhenden Verkehr in zwei Quartiersgaragen am Rand bündelt und im Inneren Platz für Fuß- und Radverkehr schafft. Sharing-Angebote, Ladeinfrastruktur und alternative Mobilitätsformen stärken zusätzlich eine klimafreundliche Mobilität im Alltag. Zugleich tragen großzügige Grün- und Aufenthaltsflächen sowie der neu geschaffene Stadtplatz als zentraler Begegnungsort zu einem lebendigen, sozial orientierten Quartier bei (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2024/2025, S. 87).
Schlaglicht: Märkisches Viertel
Im Märkischen Viertel zeigt die GESOBAU, wie nachhaltige Quartiersentwicklung in einer Großwohnsiedlung ganzheitlich umgesetzt werden kann. Mit rund 15.900 Wohnungen umfasst das Quartier einen großen Teil des GESOBAU-Bestands, weshalb hier besonders viele Projekte und Maßnahmen zur Sicherung von Wohn- und Lebensqualität umgesetzt werden. Hier verbindet die GESOBAU proaktiv ökologische und soziale Nachhaltigkeit, indem sie ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt hat, das Radinfrastruktur, Sharing-Angebote, Informationsmaßnahmen und ein optimiertes Parkraummanagement integriert.
Zugleich stärkt sie den sozialen Zusammenhalt durch gezielte Programme und Kooperationen, unter anderem durch die Vereinbarung „Sozialer Zusammenhalt“ mit dem Bezirk und dem Senat, die darauf abzielt, die Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern. Darüber hinaus schafft die GESOBAU Wohnangebote für unterschiedliche Zielgruppen, beispielsweise barrierearmes Wohnen für Senior*innen, um ein Miteinander der Generationen zu fördern. Als Leuchtturmprojekt zeigt das Märkische Viertel, wie nachhaltige Mobilität, soziale Infrastruktur und bedarfsgerechtes Wohnen zu einem lebendigen Quartier zusammengeführt werden (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2024/2025, S. 70).
Ein Netzwerk für gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung
Seit 2022 ist die GESOBAU Mitglied im Netzwerk Gemeinsam für das Quartier. Ziel der Berliner Vernetzungsinitiative ist es, Partnerschaften zugunsten einer aktivierenden, kooperativen und gemeinwohlorientierten Entwicklung der Quartiere zu fördern.
Nachbarschaften durch Sozialmanagement stärken
Das Sozial- und Quartiersmanagement der GESOBAU hat zum Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und gutes Miteinander in den Quartieren zu fördern, insbesondere für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Das Team aus zwölf Mitarbeitenden, darunter vier Sozialmanager*innen, unterstützt Mieter*innen im Einzelfall und arbeitet zugleich eng mit Verwaltungen, gemeinnützigen Trägern, Integrationsbeauftragten der Bezirke sowie Nachbarschaftsinitiativen für die Stadtteilarbeit zusammen.
Zentrale Maßnahmen, die in diesem Rahmen umgesetzt werden, reichen von der Begleitung des Bildungsverbunds Märkisches Viertel über die Weiterentwicklung bedarfsgerechter Angebote für ältere Menschen bis hin zur Umsetzung von Integrationsmaßnahmen in den Beständen. Dies übersetzt sich in eine Vielzahl konkreter Maßnahmen: Für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, stellt die GESOBAU seit 2022 gemeinsam mit spezialisierten Trägern Zufluchtswohnungen zur Verfügung und schafft damit einen geschützten Raum für Betroffene. Mit dem House of Queers unterstützt sie zudem die erste Begegnungsstätte für LGBTQIA+-Menschen in Reinickendorf und setzt sich für deren Sichtbarkeit und Schutz vor Diskriminierung ein (vgl. Nachhaltigkeitsbericht 2024/2025, S. 91).
Neben diesem sozialen Engagement fördert die GESOBAU auch kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort. So bietet der seit 2025 verliehene GESOBAU Jazz & Soul Award jungen Musiker*innen ein Sprungbrett in die Berliner Kulturszene. Dieser wird auf dem Kunstfest Pankow, dem größten Mieter*innenfest der GESOBAU vergeben. Darüber hinaus stärkt die GESOBAU demokratische Werte und ein friedliches Miteinander, etwa durch Beiträge im Mieter-Magazin Hallo Nachbar, die klar Stellung gegen Diskriminierung, Intoleranz und Ausgrenzung beziehen. Ein weiteres Beispiel für gelebte Nachbarschaft sind die GESOBAU-Bücherboxen, die an mehreren Standorten zum Tauschen und Begegnen einladen und stetig erweitert werden.
Gesellschaftliches Engagement der GESOBAU-Stiftung
Mit der GESOBAU-Stiftung verfügt die GESOBAU über ein eigenständiges Instrument zur Förderung sozialen Engagements in ihren Quartieren. Zweck der Stiftung ist die Vergabe von Fördermitteln an karitative und gemeinwohlorientierte Projekte, die den sozialen Zusammenhalt, die Bildungschancen und die Lebensqualität vor Ort stärken. Die Stiftung verfügt über ein jährliches Förderbudget im fünfstelligen Bereich und vergibt Mittel an Projekte für Kinder, Jugendliche und Senior*innen. Die Bandbreite der geförderten Maßnahmen reicht von Lern- und Freizeitangeboten über generationsübergreifende Begegnungsformate bis hin zu Unterstützungsangeboten für Mieter*innen in besonderen Lebenslagen. In den vergangenen Jahren wurden kontinuierlich zahlreiche Projekte in den Beständen der GESOBAU unterstützt. Ergänzend richtet die Stiftung seit 2020 themenspezifische Förderwettbewerbe aus, mit denen gezielt soziale Bedarfe in den Quartieren adressiert werden. So erhielten im Jahr 2025 insgesamt 46 Projekte Fördermittel in Höhe von rund 95.000 Euro. Die GESOBAU-Stiftung wurde 1997 gegründet und feiert im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.
Seit einigen Jahren profitiert die GESOBAU-Stiftung von zusätzlichen Spendeneinnahmen aus dem Engagement der Mitarbeitenden. Im Rahmen des Programms GESOBAU sozial engagiert bringen sich Mitarbeitende freiwillig in soziale Projekte ein, etwa bei Renovierungsarbeiten in sozialen Einrichtungen, bei Schul- und Nachbarschaftsfesten oder bei Unterstützungsangeboten im Rahmen der Berliner Kältehilfe. Für jede geleistete Einsatzstunde werden zusätzlich 25 Euro an die Stiftung gespendet. Im Jahr 2025 engagierten sich 429 Mitarbeitende und leisteten gemeinsam 2.168 Stunden freiwilliger Arbeit. Das daraus resultierende Spendenvolumen stärkt die Fördermöglichkeiten der Stiftung und verbindet finanzielles Engagement mit konkretem Einsatz vor Ort.

Die Mitarbeitenden der GESOBAU leben die Unternehmenswerte im Alltag und tragen sie aktiv in die Stadt. 2025 haben 429 Mitarbeitende gemeinsam im Rahmen des Unternehmensziels mehr als 2.000 Stunden in gemeinnützige Projekte investiert und damit ein starkes Zeichen für gesellschaftliches Engagement gesetzt.