125 Jahre in Bewegung
Vorwort
Berlin steht als Hauptstadt vor bedeutenden Zukunftsaufgaben. Die GESOBAU leistet dazu einen wichtigen Beitrag, indem wir dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum schaffen und mit der energetischen Modernisierung unseres Gebäudebestands die Umsetzung der Berliner Klimaschutzziele wesentlich voranbringen.
Für uns als landeseigene Wohnungsbaugesellschaft ist klar: Unser Auftrag endet nicht an der Wohnungstür. In unseren Quartieren wohnen über 100.000 Berliner*innen. Für diese schaffen wir lebendige Nachbarschaften – Orte, an denen sich Menschen zu Hause fühlen und miteinander in Verbindung treten.
Bereits seit 125 Jahren gestalten wir Berlin aktiv mit und haben in der Stadt viel bewegt. Als „Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten“ sorgten wir Anfang des 20. Jahrhunderts dafür, dass sich die ersten Züge durch U-Bahn-Tunnel bewegten. Heute bewegen sich auf zahlreichen unserer Baustellen Kräne. Als Bauherrin, Vermieterin und Quartiersentwicklerin schaffen wir zukunftsfähige Wohn- und Lebensräume und sind als kommunales Wohnungsbauunternehmen zuverlässige und verantwortungsvolle Partnerin Berlins.
Bei unserem unternehmerischen Handeln stehen Wirtschaftlichkeit, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verträglichkeit im Einklang zueinander. Diese besondere Verantwortung ist fest in unseren Grundsätzen verankert – etwa in der Unternehmenssatzung sowie der Kooperationsvereinbarung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit dem Land Berlin – und spiegelt sich auch in unseren Unternehmenswerten wider. Mit den wachsenden Anforderungen an nachhaltige Entwicklung ist auch der Anspruch gestiegen, diese systematisch zu steuern und transparent darzustellen. Deshalb vereint dieser Bericht erstmals Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitserklärung als zentrale Transparentmachung unserer Unternehmensleistung bei der GESOBAU.
In beiden Bereichen haben wir im Jahr 2025 bedeutende Erfolge zu verzeichnen. Bevor wir einen Blick in unser Geschäftsjahr 2025 geben, laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns einen Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der GESOBAU zu werfen.

Als älteste kommunale Wohnungsbaugesellschaft in Berlin blicken wir stolz auf 125 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Vom Tief- zum Hochbau – aber immer für ein lebenswertes Berlin. Diese Geschichte wäre ohne die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Partner*innen aus Politik, Wirtschaft und der Berliner Stadtgesellschaft nicht denkbar gewesen.
Unsere Geschichte:
125 Jahre Berlin gestalten


Im Jahr 1900 als Aktiengesellschaft für Bahnen und Tiefbauten gegründet, errichteten wir die erste U-Bahn-Linie der Stadt, zwischen den Stationen Nollendorfplatz und Zoologischer Garten. Als Reaktion auf die wirtschaftliche Depression der 1920er-Jahre verlagerte das Unternehmen seine Aktivitäten erfolgreich auf den Kleinwohnungsbau sowie die Vermietung von Wohnungen und begann, den Bestand langsam, aber kontinuierlich zu erweitern.
Aus dem Wandel vom Eisenbahn- zum Wohnungsunternehmen ergab sich folglich die Namensänderung: 1949 zur Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau gemeinnützige Aktiengesellschaft (GeSoBau), 2000 dann zur heutigen GESOBAU AG.
Eines unserer bedeutendsten Projekte – und gleichzeitig eines der ambitioniertesten Wohnungsbauprojekte in ganz Deutschland – begann 1962, als wir mit dem Bau des Märkischen Viertels beauftragt wurden und ein Jahr später den Grundstein für die neue Reinickendorfer Großwohnsiedlung legten. Mit diesem Projekt wandelte sich ein Notstandsgebiet in einer infrastrukturell kaum entwickelten Kleingartenkolonie in ein belebtes Stadtviertel von der Größe einer Kleinstadt mit rund 17.000 Wohnungen für gut 40.000 Menschen.


In der Nachwendezeit war der Berliner Wohnungsmarkt von wachsendem Leerstand geprägt. Die GESOBAU, seit 1980 direkt im Landeseigentum von Berlin, baute in dieser Zeit auf ihre langjährige Erfahrung, um eine zukunftsweisende Richtung einzuschlagen: Dank der Fusion mit den Wohnungsbaugesellschaften Pankow und Weißensee erweiterte sie gezielt ihr Portfolio. Zeitgleich entwickelte das Unternehmen mit dem neuen Mietermagazin Hallo Nachbar sowie mit einem ersten Internetauftritt die Kundenkommunikation weiter.
Mit dem rapiden Bevölkerungszuwachs in den 2000er-Jahren schlug der frühere Leerstand allmählich in eine spürbare Wohnraumknappheit um. Deshalb nahm die GESOBAU 2014 den Neubau wieder auf, um neue und attraktive Lebensräume zu schaffen – ein Engagement, das 2016 mit der Unterzeichnung der Roadmap für 400.000 bezahlbare Wohnungen im Landeseigentum bekräftigt wurde.
Viele der Projekte und Quartiere, die wir in unserer langen Unternehmensgeschichte umgesetzt haben, bestehen noch heute fort und werden stetig weiterentwickelt. Das Märkische Viertel etwa ist heute Deutschlands größte Niedrigenergiesiedlung. Mit der energetischen Modernisierung von rund 13.500 Wohnungen zwischen 2008 und 2015 haben wir den CO₂-Ausstoß des Großquartiers um fast 90 Prozent verringert und mit der umfangreichen Neugestaltung der Außenanlagen in den Jahren 2020 bis 2023 die Lebensqualität der Bewohner*innen weiter erhöht. Zudem wurde der ehemalige Verwaltungssitz der GESOBAU im Märkischen Viertel zu einem seniorengerechten Wohngebäude umgewandelt und bietet seitdem bedarfsgerechten und leistbaren Wohnraum für ältere Menschen. Dafür nahm die Wohnungsbaugesellschaft 2024 den Deutschen Bauherrenpreis als besondere Auszeichnung entgegen.
Für das gute Zusammenleben in unseren Kiezen sorgen wir seit vielen Jahren darüber hinaus mit verschiedenen Begegnungsangeboten: So begeistert insbesondere das Kunstfest Pankow seit einem Vierteljahrhundert jedes Jahr bis zu 20.000 Besucher*innen, im Märkischen Viertel schafft das Begegnungsfest in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Reinickendorf nachbarschaftlichen Austausch, und auch mit dem Stadtplatzfest im Quartier Stadtgut Hellersdorf bringen wir Menschen zusammen.
Erfahren Sie mehr über unsere Unternehmenshistorie in unserer Chronik.


2025: Heute für morgen handeln
Anknüpfend an die Vorjahre hat die GESOBAU 2025 ihre Quartiere unter Berücksichtigung des ökologischen und demografischen Wandels weiterentwickelt.
So entsteht mit dem Quartier Alt-Wittenau in Reinickendorf aktuell neuer, bedarfsgerechter Wohnraum speziell für Studierende und Auszubildende. In der Reinickendorfer Straße in Mitte haben wir zudem das Richtfest für ein Neubauprojekt unter der Überschrift „Wohnen und Arbeiten unter einem Dach“ gefeiert. Es beinhaltet einen GESOWORX-Standort und bietet damit die Möglichkeit eines anmietbaren Arbeitsplatzes direkt im eigenen Wohnhaus – das spart Zeit und Pendelwege.
In Pankow wurde das Projekt Beate-Hahn-Str. / Marianne-Foerster-Str. fertiggestellt, unter anderem mit einem großen Anteil barrierefreier Wohnungen und Serviceangeboten speziell für Senior*innen. Mit den Vertragsunterzeichnungen für die ersten Baufelder im zukunftsweisenden Schumacher Quartier auf dem ehemaligen Flughafen Tegel haben wir Anfang 2025 einen Meilenstein für hunderte weitere bezahlbare Wohnungen gesetzt, die vielen Berliner*innen ein Zuhause bieten werden.
Mit unserem vielseitigen Engagement untermauern wir unsere Rolle als zentrale Akteurin auf dem Berliner Wohnungsmarkt. 2025 investierten wir insgesamt rund 211 Mio. € in den Neubau sowie die Modernisierung und Instandhaltung unseres Bestands. Durch die Fertigstellung neuer Mietwohnungen und den Ankauf von Bestandshäusern hat die GESOBAU ihr Portfolio darüber hinaus um 430 bezahlbare Wohnungen erweitert.
Ein weiteres Highlight: Mit großer Freude feierten wir das 125-jährige Jubiläum der GESOBAU und damit 125 Jahre Engagement für ein lebendiges, nachhaltiges und vielfältiges Berlin. In dieser Tradition steht das Geschenk, das die GESOBAU anlässlich ihres Jubiläums der Stadt gemacht hat: 125 neue Bäume spendeten wir für Berlins Straßen, indem wir die Senatskampagne Stadtbäume für Berlin mit einer Spendensumme in Höhe von 62.500 Euro unterstützten.
Zur Gestaltung lebenswerter Quartiere gehört für uns zudem die Förderung von Kunst und Kultur vor Ort. Deshalb heißt es bei der GESOBAU: Bühne frei für junge Berliner Musiktalente. Mit dem GESOBAU Jazz & Soul Award 2025 kürte die GESOBAU erstmals drei Berliner Nachwuchskünstler*innen. Der Wettbewerb wurde ins Leben gerufen, um die hiesige Kultur- und Musikszene zu fördern und damit langfristig Impulse für eine kreative und vielfältige Stadtkultur sowie lebendige Nachbarschaften zu setzen.
Auch unsere Mitarbeitenden engagieren sich für Berliner Kieze. Im Jahr 2025 haben unsere Mitarbeitenden unser Unternehmensziel von „1.500 Stunden soziales Engagement“ erneut übererfüllt. Für jede Stunde, die zur Unterstützung verschiedener sozialer Einrichtungen und Initiativen geleistet wurden, gingen 25 Euro an die GESOBAU-Stiftung. Diese Spenden kommen somit direkt wieder den Menschen in den Quartieren der GESOBAU zugute.

Bis heute geht das Engagement der GESOBAU weit über die Wohnungstür ihrer Mieter*innen hinaus. Kunst, Kultur und gemeinsamer Austausch machen ein Viertel zu einer Nachbarschaft. Deshalb verstehen wir es als unsere Aufgabe, lokale Initiativen zu fördern und gesellschaftliche Zusammenkünfte zu ermöglichen.
In Bewegung bleiben: Die Zukunft der GESOBAU
Auch in den kommenden Jahren werden wir unser starkes Engagement für Berlin fortführen und verfolgen dabei eine klare Wachstumsstrategie. Wir streben eine kontinuierliche Bestandsentwicklung durch Neubau und Ankäufe an – stets unter der Prämisse der Bezahlbarkeit und hoher Lebensqualität.
Zahlreiche Wohnungen, insbesondere innerhalb großer Quartiersentwicklungen, befinden sich aktuell im Bau oder in Planung. Dabei verfolgen wir gemeinsam mit den anderen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften das Ziel, den öffentlichen Wohnungsbestand in Berlin spürbar zu stärken und so einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Stadt mit Wohnraum zu leisten.
Eine weitere Zukunftsaufgabe ist es, Berlin klimaneutral zu machen. Dazu haben wir eine umfassende Klimastrategie erarbeitet und streben mit dieser an, unseren gesamten Wohnungsbestand noch vor 2045 energetisch zu modernisieren und die notwendigen gebäudetechnischen Voraussetzungen für die spätere Klimaneutralität zu schaffen. Das bedeutet, dass wir die Energieeffizienz unserer Gebäude verbessern, etwa durch optimierte Fassadendämmungen sowie klimaschonende Heizungssysteme und erneuerbare Energien.
Die GESOBAU war, ist und bleibt in Bewegung: Das bedeutet auch, flexibel und offen für Zukunftsthemen und -aufgaben zu sein. Mit Erfahrung und Weitblick schaffen wir es, uns stets erfolgreich an neue geopolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situationen anzupassen. Dabei nutzen wir unsere Innovationskraft und digitale Lösungen, um Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und den Service für unsere Mieter*innen stetig zu verbessern, etwa durch intelligente Wohnsysteme oder unseren Voicebot Clara. Der verantwortungsvolle Einsatz solch neuer Technologien ermöglicht es uns, das Wohnen im wachsenden Berlin zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Wir bauen auf 125 Jahre Erfahrung: für ein zukunftsfähiges Berlin. Das bedeutet für die GESOBAU, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen sowie Quartiere zu gestalten und weiterzuentwickeln, die auf die Bedürfnisse der Menschen in Berlin abgestimmt sind. Dazu gehören weiterhin hohe Investitionen in den Neubau und die klimagerechte Modernisierung unseres Gebäudebestands.
Wir verabschieden – wir begrüßen
Auch in den kommenden Jahren werden wir unser starkes Engagement für Berlin fortführen und verfolgen dabei eine klare Wachstumsstrategie. Wir streben eine kontinuierliche Bestandsentwicklung durch Neubau und Ankäufe an – stets unter der Prämisse der Bezahlbarkeit und hoher Lebensqualität.
Nach rund 20 Jahren im Vorstand der GESOBAU und zwölf Jahren als Vorstandsvorsitzender verabschieden wir Jörg Franzen aus seinem Amt. Mit Erfolgen wie der energetischen Modernisierung des Märkischen Viertels oder der umfangreichen Quartiersentwicklung rund um das historische Stadtgut Hellersdorf prägte er maßgeblich die GESOBAU und damit auch die Stadt Berlin mit.
Wir freuen uns zugleich, zum 1. Januar 2026 Lars Holborn als kommissarischen Vorstand begrüßen zu dürfen. Er wird in dieser Funktion die Bereiche Immobilienbewirtschaftung, Technik/Neubau, Personal und Unternehmenskommunikation verantworten. Seine Bestellung in den Vorstand erfolgt befristet bis zum 30. September 2026 bzw. bis zum Abschluss des offiziellen Stellenbesetzungsverfahrens.
Als Diplom-Kaufmann verfügt er über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Immobilienwirtschaft, davon rund 20 Jahre als Leiter der Immobilienbewirtschaftung sowie als Geschäftsführer zweier Tochtergesellschaften des GESOBAU-Konzerns. In diesen Funktionen hat er bereits wesentlich zur Umsetzung der Neubauziele und der stetigen Bestandsentwicklung beigetragen. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Prokurist bei der GESOBAU steht Lars Holborn für Kontinuität in der Führung der GESOBAU.
Auch im Sinne der Kontinuität freuen wir uns, Ihnen wieder einen umfassenden Einblick in unsere Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres zu geben. Ein Jahr, in dem ein stabiles wirtschaftliches Wachstum und große Fortschritte in unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten die Basis für zukunftsfähigen Wohnungsbau und bedarfsorientierte Quartiersentwicklung waren und auch künftig sein werden. Damit wir auch weiterhin gemeinsam erfolgreich Geschichte schreiben können.